
Mai - immer wieder eine herrliche Zeit im Jahr. Die Obstbäume blühen, dem Gras kann man beim Wachsen regelrecht zusehen, die Natur lebt auf. Der Mai kann aber auch eine lästige Zeit sein. Blütenpollen sorgen für Allergien, der rasch wachsende Rasen will gemäht werden und Frühlingsgefühle lösen oft Liebeskummer aus. Die Dinge haben zwei Seiten und die Erfahrung sagt, nichts ist so gut, dasss es nicht auch eine schlechte Seite hätte. Selbst der Frühling hat Schattenseiten.
In der Bibel finden wir dagegen die Feststellung:
Alles was Gott geschaffen hat, ist gut, und nichts ist schlecht, für das wir Gott danken. (1. Timotheus 4,4)
Die Welt die Gottes Schöpfung, ein prachtvoller Blumenstrauß voller ausgeklügelter Details. All das ist ein Hinweis auf Gottes Liebe. Wachsen und Reifen in der Natur sind Abbild von Gottes treuem Wirken.
Ich ahne: Nichts ist so schlecht, dass es nicht auch für etwas gut wäre. Nichts ist so schlecht, dass ich nicht auch etwas daraus machen könnte. Diese steile These begleitet mich durch mein Leben. Hält meine Behauptung stand, wenn es richtig dick kommt? Es ist natürlich vor allem ein Gescheck, wenn ich die Welt so sehen kann. Und es gelingt nicht immer, aber ich kann es auch traininen, immer wieder nach der versteckten Qualität suchen. Gibt es etwas an der unerwünschten Wendung in meinem Leben, für das ich auch danken kann? Schon mit dieser Frage verändert sich etwas. Danke zu sagen öffnet mir einen neuen Zugang zur Realität. Um eine der leichteren Übungen zu nennen: Ich versuche den Kampf gegen die Brennnessseln in meinem Garten als Sport zu verstehen, der mir gut tut. Alles was Gott geschaffen hat, ist gut. Mit dieser Gewisshheit kann ich offen für das Leben bleiben und für das, was es mir abverlangt.
Hartmut Wagner